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Warum Großflächen-PV mit Batteriespeicher das Rückgrat der Energiewende wird

  • Jenny Hanisch
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Die Energiewende in Deutschland erreicht 2026 eine neue Qualität. Während Dachanlagen einen wichtigen Beitrag leisten, zeigt sich zunehmend, dass die notwendigen Strommengen nur durch Großflächen-Photovoltaik bereitgestellt werden können. In Kombination mit Batteriespeichern entsteht daraus eine belastbare, systemrelevante Infrastruktur, die weit über klassische Solarparks hinausgeht. 


Großflächen-PV ermöglicht eine planbare, skalierbare Stromerzeugung. Batteriespeicher ergänzen diese Anlagen um Flexibilität: Sie speichern Überschüsse, glätten Einspeisespitzen und entlasten Netze. Damit werden Solarparks von wetterabhängigen Erzeugern zu steuerbaren Energiebausteinen. Für Gemeinden bedeutet das, dass Entscheidungen über solche Anlagen künftig immer auch Infrastrukturentscheidungen sind. 


Was ist Photovoltaik?


Photovoltaik bezeichnet die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie. In Solarzellen – meist auf Siliziumbasis – werden durch Lichteinstrahlung elektrische Ladungsträger freigesetzt, die als Gleichstrom abgeführt werden. Über Wechselrichter wird dieser anschließend in netzkonformen Wechselstrom umgewandelt.


Großflächen-Photovoltaik nutzt diesen physikalischen Effekt im industriellen Maßstab. Durch standardisierte Modultechnik, optimierte Flächennutzung und zentrale Netzanbindung können sehr große Strommengen wirtschaftlich und zuverlässig erzeugt werden. Gerade im Freiflächenbereich zählt Photovoltaik heute zu den kostengünstigsten Formen der Stromerzeugung.


Was sind Batteriespeichersysteme?


Batteriespeichersysteme sind stationäre Energiespeicher, die elektrische Energie zwischenspeichern und zeitversetzt wieder abgeben können. In Großanlagen kommen überwiegend Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz, da sie eine hohe Energiedichte, schnelle Reaktionszeiten und eine lange Zyklenfestigkeit bieten.


Ein Batteriespeicher besteht nicht nur aus Batteriemodulen, sondern aus einem Gesamtsystem: Leistungselektronik, Steuerungssoftware, Sicherheitstechnik sowie Netzanbindung bilden gemeinsam eine eigenständige Energieeinheit. Technisch handelt es sich damit um ein vollwertiges Betriebsmittel des Energiesystems – vergleichbar mit einem Umspannwerk oder Kraftwerksmodul.


Wie werden Batteriespeichersysteme eingesetzt?


In Kombination mit Großflächen-PV übernehmen Batteriespeicher mehrere zentrale Funktionen. Sie speichern Solarstrom, der zeitweise nicht direkt verbraucht oder eingespeist werden kann, und geben ihn zu einem späteren Zeitpunkt wieder ab. Dadurch wird die Einspeisung zeitlich flexibilisiert und besser an den tatsächlichen Strombedarf angepasst.


Darüber hinaus werden Batteriespeicher gezielt zur Netzstabilisierung eingesetzt. Sie können innerhalb von Sekunden auf Frequenz- oder Spannungsschwankungen reagieren und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Systemsicherheit. Für Netzbetreiber sind solche Anlagen zunehmend unverzichtbar, insbesondere in Regionen mit hoher Einspeisedichte erneuerbarer Energien.


In der Praxis entstehen so neue Betriebsmodelle: Solarparks mit Speicher werden von rein wetterabhängigen Erzeugern zu steuerbaren Energiebausteinen. Für Gemeinden bedeutet das, dass Entscheidungen über solche Anlagen künftig immer auch Infrastrukturentscheidungen sind – vergleichbar mit Verkehr, Wasser oder Breitband.


Welche Förderungen gibt es dafür?


Die Förderung von Großflächen-PV und Batteriespeichern erfolgt in Deutschland zunehmend marktorientiert. Photovoltaik-Freiflächenanlagen werden weiterhin über das EEG abgesichert, insbesondere durch Ausschreibungen mit langfristiger Vergütungssicherheit. Batteriespeicher selbst erhalten meist keine direkte Einspeisevergütung, profitieren aber von regulatorischen Erleichterungen und Förderprogrammen.


Auf Bundesebene existieren Förderangebote, insbesondere über zinsgünstige Kredite und Investitionsprogramme, etwa im Rahmen von Klimaschutz- und Transformationsfinanzierungen. Zusätzlich bieten einige Bundesländer eigene Speicherförderungen oder kombinierte Programme für PV und Speicher an. Auf kommunaler Ebene können ergänzend Förderungen, Beteiligungsmodelle oder planungsrechtliche Anreize hinzukommen.


Wesentlich ist: Batteriespeicher verbessern die Wirtschaftlichkeit von Großflächen-PV nicht primär durch Subventionen, sondern durch zusätzliche Erlösoptionen – etwa durch Netzdienstleistungen, Lastverschiebung oder Stromvermarktung. Förderungen wirken hier unterstützend, nicht tragend.


Fazit


Großflächen-Photovoltaik ermöglicht eine planbare, skalierbare Stromerzeugung. Batteriespeicher ergänzen diese Anlagen um Flexibilität: Sie speichern Überschüsse, glätten Einspeisespitzen und entlasten Netze. Damit werden Solarparks zu tragenden Elementen einer resilienten Energieinfrastruktur.


Für Landbesitzer eröffnet sich eine langfristige Nutzungsperspektive. Flächen werden nicht nur verpachtet, sondern Teil eines stabilen Energiestandorts mit Laufzeiten von 25 bis 40 Jahren. Großflächen-PV mit Speicher schafft damit eine neue Form der Flächenwertschöpfung – rechtssicher, kalkulierbar und unabhängig von agrarischen Ertragsschwankungen.


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