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Photovoltaik und Batteriespeicher als kommunale Steuerungsaufgabe statt Einzelgenehmigung

  • Jenny Hanisch
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit


Was sind geeignete Flächen für Photovoltaik?

Geeignete Flächen für Großflächen-Photovoltaik sind vor allem solche, die eine geringe Nutzungskonkurrenz aufweisen und sich technisch sowie planungsrechtlich gut erschließen lassen. Dazu zählen insbesondere vorbelastete oder infrastrukturbegleitende Standorte wie Konversionsflächen, Deponien, ehemalige Abbauflächen, Gewerberandlagen oder Flächen entlang von Autobahnen und Schienenwegen.


Aus kommunaler Sicht spielen neben der solaren Eignung auch raumordnerische Kriterien eine zentrale Rolle. Landschaftsbild, Sichtachsen, Naturschutz, Bodenqualität und landwirtschaftliche Bedeutung müssen in einer Gesamtabwägung berücksichtigt werden. Ziel ist nicht die maximale Flächennutzung, sondern eine konfliktarme Integration in den bestehenden Raum.


Kommunen, die frühzeitig Vorrang- oder Eignungsflächen definieren, vermeiden Einzelentscheidungen unter Zeitdruck und behalten die Steuerungshoheit über Standort, Größe und Ausgestaltung der Anlagen.


Was sind geeignete Flächen für Batteriespeicher?

Batteriespeicher sind in ihrer Flächenwahl deutlich flexibler als Photovoltaikanlagen. Sie benötigen vergleichsweise wenig Raum, sind unabhängig von Sonneneinstrahlung und können auch getrennt von der Erzeugungsanlage errichtet werden. Entscheidend sind vor allem Netzanbindung, Erschließung und Sicherheitsabstände.


Geeignete Standorte sind beispielsweise Gewerbegebiete, Umspannwerksnähe, ehemalige Industrieflächen oder technisch geprägte Randlagen. Auch die Integration direkt am Solarpark ist möglich und häufig sinnvoll, da Erzeugung und Speicherung an einem Punkt gebündelt werden.


Für Kommunen bieten Batteriespeicher ein wichtiges planerisches Instrument: Sie können gezielt dort zugelassen oder gefordert werden, wo Netzengpässe bestehen oder eine höhere Systemverträglichkeit erreicht werden soll. Speicher werden damit Teil der kommunalen Infrastrukturplanung – nicht nur ein technisches Zusatzmodul.


Was sind die Kernfaktoren für regionale Wertschöpfung?

Regionale Wertschöpfung entsteht nicht automatisch durch den Bau einer Anlage, sondern durch klare kommunale Rahmenbedingungen. Ein zentraler Faktor ist die langfristige Flächennutzung: Pachtzahlungen über Jahrzehnte schaffen stabile Einnahmen für Landbesitzer und sichern wirtschaftliche Perspektiven im ländlichen Raum.

Hinzu kommen direkte Einnahmen für Gemeinden, etwa durch Gewerbesteuer, Beteiligungsmodelle oder kommunale Eigenanteile. Auch lokale Dienstleister – von Planung über Bau bis Wartung – profitieren, sofern Projekte nicht ausschließlich extern umgesetzt werden.


Nicht zuletzt spielt Akzeptanz eine entscheidende Rolle. Transparente Planung, frühzeitige Beteiligung und sichtbare Vorteile für die Kommune stärken die Zustimmung vor Ort. Großflächen-PV mit Batteriespeicher wird dann nicht als Fremdnutzung wahrgenommen, sondern als gemeinsames Infrastrukturprojekt.


Fazit

Batteriespeicher spielen bei der kommunalen Steuerung eine zentrale Rolle. Standorte mit Speicherintegration entlasten lokale Netze und reduzieren technische Einwände gegen neue Anlagen. Kommunen können dies planerisch nutzen, indem sie Speicher als Qualitätskriterium definieren. Großflächen-PV wird so gezielt dort entwickelt, wo sie netz- und raumverträglich ist.


Durch aktive Steuerung behalten Gemeinden Einfluss auf Standortwahl, Projektqualität und regionale Wertschöpfung. Gleichzeitig profitieren Landbesitzer von klaren Rahmenbedingungen, da Planungssicherheit Investitionen und langfristige Verträge ermöglicht. Großflächen-PV wird damit von einer Einzelentscheidung zu einer strategischen Aufgabe kommunaler Entwicklung.



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