Search
  • Dafina Marashi

Freiflächenanlagen finanzieren: PPA oder EEG?

Was ist ein Power Purchase Agreement (kurz: PPA)?


Bei PPAs handelt es sich um langfristige Stromlieferverträge, die zwischen einem Stromlieferanten und einem Stromabnehmer geschlossen werden. Auf Deutsch lässt sich ein PPA zu einer „Stromkaufvereinbarung“ übersetzen. PPAs sind im Grunde genommen neutral in Bezug auf die Energiequelle. Allerdings wird über PPAs vermehrt in der Diskussion um erneuerbaren Strom gesprochen. Der Vertrag kann zwischen Erzeugern und Händlern, sowie auch mit Endverbrauchern (bspw. Unternehmen, die CO2 neutrale Energie beziehen möchten) geschlossen werden.


Eine wichtige Charakteristik der PPAs ist, dass eine staatliche Förderung nicht länger ein Teil der Finanzierung von erneuerbaren Energieanlagen sein muss. Der Stromkaufvertrag wird auf dem freien Markt bilateral abgewickelt. Dabei wird in der Regel ein Vertrag mit festen Vergütungssätzen auf einen bestimmten Zeitraum (typischerweise 10 Jahre) vereinbart. Es gibt jedoch verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten für diese Art von Vertrag. So könne Vertragsparteien auch flexible Preise angelehnt an Börsenpreisen festlegen. Im Grund genommen kann ein PPA sehr frei durch die Vertragsparteien ausgestaltet werden.


Die Langfristigkeit des Vertrages hängt meist auch von der Art des zu finanzierenden Projektes ab. So sind die Vertragslaufzeiten bei Bestandsanlagen, die zuvor durch eine (Erneuerbare Energie Gesetz) EEG-Vergütung finanziert wurden viel kürzer als die für Neuanlagen. Beim Auslauf der EEG-Förderung wird ein PPA für den Weiterbetrieb eingesetzt. Da viele Post-EEG Anlagen ab 2021 dazukommen, wird das PPA Instrument immer wichtiger in Deutschland.


Bei Neuanlagen sind die Vertragslaufzeiten meist mindestens 5 Jahre lang und können sich auf bis zu 20 Jahre erstrecken. Wenn ein Teil der Investitionen für neue Projekte durch Fremdfinanzierung gedeckt wird, so spielt auch die kreditgebende Bank eine wichtige Rolle in der Vertragsgestaltung (dies ist vor allem bei größeren Anlagen mit höherem Investitionsaufwand der Fall).

EEG Vergütung für Solarstrom nach Jahr der Inbetriebnahme (Fraunhofer ISE, Stand Februar 2022)

Was ist der Unterschied zu einer EEG-Vergütung?


Bei einer Vergütung im Rahmen des EEG wird ein Vergütungssatz auf 20 Jahre für die Stromeinspeisung ins öffentliche Netz festgelegt. Da die Vergütungssätze tendenziell weiter sinken, sind ältere Anlagen im Vergleich zu neuen viel rentabler. So war der Vergütungssatz für Freiflächen PV im Jahr 2005 bei etwa 45 ct/kWh und liegt im Jahr 2020 nur noch zwischen 5 und 6 ct/kWh.


Im Jahr 2021 lag der Höchstwert der Vergütung für Freiflächenanlagen ab 750 kWp bei 5,9 Cent pro Kilowattstunde. Ab dem 01.01.2022 ergibt sich der Höchstwert des Zuschlagwertes „aus dem um 8 Prozent erhöhten Durchschnitt der Gebotswerte des jeweils höchsten noch bezuschlagten Gebots der letzten drei Gebotstermine“. Dabei sind auch höchsten 5,9 ct/kWh möglich (siehe EEG 2021 §37).


Durch die sinkenden Zuschlagswerte und die begrenzten Ausschreibungsvolumina des EEG ist es daher zunehmend attraktiv neue PV Freiflächenanlagen mit einem PPA zu finanzieren.

147 views0 comments